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Michaela Melián
Nora Sternfeld

Kunst im Nationalsozialismus II: Zeitgenössische Kommentare und Vermittlung

Michaela Melián: memory loops - ein virtuelles Denkmal für die Opfer des Nationalsozialismus

Memory Loops ist als Audiokunstwerk konzipiert, das auf historischen Originaltönen von NS-Opfern und Zeitzeugen basiert. Alle Zeitzeugenberichte und Interviews wurden transkribiert und von Schauspielern und Schauspielerinnen unterschiedlicher Generationen sowie von Kindern gesprochen. Durch diese Verfremdung gewinnt auch Archiv-Material eine zeitlose Aktualität. 300 deutsche und 175 englische Tonspuren sind auf einer virtuellen Stadtkarte auf www.memoryloops.net verortet. Mit wenigen Klicks kann eine eigene Trackliste - auch für unterwegs - gestaltet und für einen Rundgang in München genutzt werden. Ob auf ein Mobiltelefon oder auf einen mp3-Player überspielt: Alle Interessierten können so einer selbst gewählten Erinnerungsschleife durch die Stadt folgen.


Michaela Melián, Künstlerin und Musikerin, lebt in München und Hamburg. Sie lehrt als Professorin für zeitbezogene Medien an der Hochschule für bildende Künste (HfbK), Hamburg. Sie ist Mitglied der Band F.S.K. (Freiwillige Selbstkontrolle).


Auszeichnungen:
2010 Kunstpreis der Landeshauptstadt München
2009 Hörspiel des Jahres der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste für Speicher
2006 Hörspielpreis der Kriegsblinden / Preis für Radiokunst für Föhrenwald
2005 Deutscher Hörspielpreis der ARD sowie ARD-Online Award für Föhrenwald

 

Text zur Vorlesung 



Nora Sternfeld: Geschichtspolitik im Postnazismus


In den letzten Jahren hat sich neben den immer noch existierenden österreichischen Opfermythen und Strategien der Schuldumkehr ein neues historisches Master Narrative durchgesetzt: Die Verbrechen der Nazis werden heute teilweise offiziell zum Thema gemacht. Dabei findet allerdings nicht selten eine Form der Erinnerung als Entledigung (durch Parallellisierung mit anderen Verbrechen, Überidentifikation mit den Opfern, Identitätsstiftung durch Erinnerungsstolz, Ausschluss von MigrantInnen etc) statt. Die Auseinandersetzung mit der Shoah - und somit auch die Verbrechensgeschichte - kann sogar selbst zum Standortfaktor werden: Sie bringt symbolisches Kapital und belebt den Tourismus. Diese neue Möglichkeit der "Identifikation mit der negativen Erinnerung" hat zu einer Entpolitisierung beigetragen. Der Vortrag fragt inwieweit künstlerische Praxen, Ausstellungen, Gedenkstätten und Vermittlungsprojekte sich diesen Tendenzen gegenüberstellen und zu Kontaktzonen werden können, in denen zugleich Auseinandersetzungen mit Kontinuitäten geführt werden, die Konsequenzen fordern und Verhandlungen stattfinden, die die umkämpfte Geschichte repolitisieren.

Nora Sternfeld: Kunstvermittlerin und Kuratorin. Mitbegründerin und Teilhaberin von Büro trafo.K, das seit 1999 an Forschungs- und Vermittlungsprojekten an der Schnittstelle von Bildung und Wissensproduktion arbeitet. Kuratorische Projekte (u.a.): Nichts für uns, alles für alle. Strategischer Universalismus und politische Zeichnung, IG Bildende Kunst 2007 und Let it be known! Gegengeschichte/n der afrikanischen Diaspora in Österreich, Hauptbücherei am Gürtel 2007. Teil des KuratorInnenteams von Verborgene Geschichte/n - remapping mozart, ein Projekt von Wiener Mozartjahr 2006 sowie von Summit Non-Aligned Initiatives in Education Culture, Berlin 2007. Lehraufträge an der Wiener Kunstschule, der Kunstuniversität Kassel und der Pädagogischen Hochschule Wien. Seit dem Sose 2004 lehrt sie an der Akademie der bildenden Künste Wien und seit 2006 ist sie im Leitungsteam des ecm - educating/curating/managing. masterlehrgang für ausstellungstheorie und praxis an der universität für angewandte kunst wien. Sie ist im Kernteam des Netzwerks schnittpunkt. ausstellungstheorie & praxis, im Vorstand der IG Bildende Kunst und Redakteurin des Bildpunkt - Zeitschrift der IG Bildende Kunst. Publikationen zu zeitgenössischer Kunst, Vermittlung, Ausstellungstheorie, Geschichtspolitik und Antirassismus. Autorin von "Das Pädagogische Unverhältnis. Lehren und Lernen bei Rancière, Gramsci und Foucault, Wien 2009 und Mitherausgeberin von mehreren Sammelbänden.

 

Text zur Vorlesung

 

Zum Projekt ›Und was hat das mit mir zu tun?‹
Transnationale Geschichtsbilder zur NS-Vergangenheit
http://www.trafo-k.at/prodetail.php?id=50&refer=proauswahl.php?p=1

 

Zur Plattform Geschichtspolitik
http://eipcp.net/transversal/1210/freudmann/de/#_ftn1

 

Fotos

Michaela Melian